Sonntag, 22. Mai 2011

Pauschalreisetag 2

Die zweite geführte Reise sollte uns heute nach Chiang Rai, eine der nördlichsten Städte Thailands, führen. Unser ursprünglicher Plan in Bangkok sah eigentlich vor, die Stadt an einem Tag zu erkunden. Bei der Buchung unseres Ausflugs in den Norden wurde daraus leider ein Pauschaltripp im bereits bekannten 14-Sitzer. Eines vorweg: Ich rate allen, die vorhaben nach Thailand zu reisen und das Land zu erkunden, davon ab, diesen Tripp bei einem der hunderten Anbieter von Chiang Mai aus zu buchen. Setzt euch lieber in den Bus und fahrt auf eigene Faust nach Chiang Rai, nehmt euch dort einen Guide (Taxi, Tuk-Tuk, etc.) und lasst euch die Stadt zeigen.

Unser Tag verlief ganz anders:
Abfahrt am Hotel 7:00, dann über die sehr gut ausgebaute Straße zu einem Geysir, dem ich wenig Interessantes abgewinnen konnte, weiter nach Chiang Rai zum Weißen Tempel (Wat Rong Khun), der zwar beeindruckend war, jedoch völlig überlaufen und derart touristisch wirkte, dass die Bedeutung des Wortes Tempel ad absurdum geführt wurde.
Auch hatten wir für dieses noch unvollständige Bauwerk nur 30 Minuten Zeit, während wir gern länger geblieben wären.

Nun ging es weiter zum Goldenen Dreieck, der Grenzregion zwischen Thailand im Süden, Myanmar im Nordwesten und Laos im Nordosten. Für 20€ Aufpreis hätten wir mit einem kleinen Boot übersetzen können und uns Laos Vegas, ein Casino auf der Laos-Seite von außen ansehen können, sowie auf einem Markt einkaufen gehen.
Wir blieben in Thailand (auch für die andere Seite hätten wir keinen Pass gebraucht, da dieser Touristenbereich anscheinend ohne Visum betreten werden kann), da wir auf der anderen Seite des Mekong auch keine neuen Eindrücke von dem Land Laos hätten sammeln können und erkundeten die Golden Triangle Verkaufsbuden.
Der Guide sagte, Laos sei wie Thailand....vor 10 Jahren.


Nach dem Mittag ging es für uns unverständlicherweise an die Grenze zu Myanmar, wo einige Teilnehmer der Reisegruppe ihr Visum verlängerten (bei der Wiedereinreise nach Thailand bekommt man erneut 14 Tage Visum). Der Rest sollte sich auf dem Markt umschauen, der für mich den Charme des Grenzmarktes in Bad Muskau hatte. Billige Kopien, aber fast ausschliesslich von Ramsch.

Ohne Hello Kitty Taschenrechner ging es zur letzten Station: Den Longneck Karen (Bergvolk). Diese ebenfalls Vertriebenen aus Myanmar halten sich als Geduldete in einem kleinen Dorf auf, welches sie aber, laut unserem Guide, nicht verlassen dürfen. Stattdessen werden sie touristisch vermarktet, präsentieren ihre langen Hälse und den Bronzeschmuck, lächeln gezwungen freundlich in die Kameras und versuchen ihren Schmuck zu vermarkten. Es heißt zwar immer wieder, dieser wäre selbst gemacht, aber den Großteil davon bekommt man bei tausenden Händlern in ganz Thailand.
Die Dorfbewohner hätten bei dieser Produktivität gar nicht Zeit, uns ihre Dorfwelt vorzuspielen.
Selbst der historische Hintergrund des Halsschmucks spielt heute keine Rolle mehr, denn der Guide gab offen zu, dass die Longnecks nur noch für den Tourismus existieren.

Hinter den offensichtlichen Hütten gab es wieder die leicht Versteckten mit Strom und Sat-Schüsseln auf den Dächern.

Wir haben zwar erneut Erfahrungen gesammelt, aber die einzigen positiven waren für mich der Weiße Tempel, wenn auch nicht so wie ich ihn erwartet hatte, und die Autofahrt mit unserem Hobby-Ralley-Fahrer.
Mit 120 km/h die steilen, kurvigen Bergstraßen hinauf und herunter, dabei bei JEDER Gelegenheit (Gelegenheit ist hier eine Definitionsfrage, die kein Deutscher mit unserem Thaifahrer gleich beantworten würde) überholen und das Ganze streckenweise mit Handy am Ohr. Dennoch wirkte die gesammte Fahrt sicher und nicht gefährlich.

Fazit: Chiang Rai sollte man sich ansehen, das Goldene Dreieck auch, aber getrennt voneinander und nicht in einer Tour.

Nach 13 Stunden und 650 km Fahrtstrecke sitze ich enttäuscht im Hotel, während Sandra noch einmal auf den Saturday-Market bummeln geht.

Übrigens: Wir haben konstant um die 32 Grad, außer in Bangkok hat es tagsüber nicht mehr richtig geregnet, nur 1-2 mal kurz genieselt und es ist konstant feucht. Hier im Norden ist es sehr angenehm, nur wenn die Sonne hinter den dünnen Wolken hervor tritt und uns direkt bestrahlt, wird es ziemlich heiß. Gegen die Luftfeuchte hilft nur duschen, duschen und dann noch einmal duschen, da man die ganze Zeit das Gefühl hat zu kleben.
In den Guest Houses/Hotels gibt es da keine Probleme, schließlich laufen hier die Klimaanlagen rund um die Uhr und vergönnen uns angenehme Nächte.

Das einzige Ärgerniss bisher sind die Moskitos, die nach Sonnenuntergang jede nicht gut verpackte Stelle des Körpers angreifen. Vermutlich einer der Gründe, warum die Märkte hier bereits 17:00 schließen, denn der Sonnenuntergang folgt ab 18:00 sehr zügig.

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